Sessionsstück 2007
Schwank in Aachener Mundart
Mit seinem neuen Mundartstück begibt sich das Aachener Heimattheater Bühnenfreunde
1947 e.V. dieses Mal in eine recht fromme Region, und zwar in die altehrwürdige
Kirchengemeinde von Pastor Läppisch. Gleich zu Anfang dieser recht turbulenten
Inszenierung erfahren die Zuschauer, dass der Aachener Bischof seinen Chefermittler
Generalvikar Dr. Stock, beauftragt, in geheimer Mission das dortige Pfarrleben kritisch
unter die Lupe zu nehmen. Anlass hierzu, gibt ein anonymer Brief, der dem Ordinariat auf
den Tisch flattert. Der Inhalt berichtet von seltsamen Vorkommnissen, die sich in dieser
bislang in christlicher Demut lebenden Pfarrei zutragen. Schweren Herzens, jedoch mit
bischöflichem Segen bedacht, erreicht der Ordensmann das Pfarrhaus. Bereits ein
heimlicher Blick durch das Fenster des Pfarrhauses lässt den hohen Kirchenfürsten vor
Wut erzittern. Unter den Augen einer Christusstatue spielen sich dort Dinge ab, die den
Vikar veranlassen, sofort und gnadenlos einzugreifen. Aber bereits seine ersten
moralischen Gehversuche lassen ihn fassungslos ausrufen: "Herr Bischof, in welchen
Morast bin ich hier hineingeraten? Schon bald muss er feststellen, dass des Pastors
Haushälterin kurz "Trinchen" genannt, nicht nur die Glocken heftigst läutet,
sondern auch der "Boss" im Pfarrhaus ist. In diesem Haus selbst, steht die
Haustüre nie still. Fast stündlich erscheinen dort die seltsamsten Typen. Schon bald
fällt der Eminenz auf, dass es aber meistens weibliche Besucher sind, die beim Pastor und
der Haushälterin Rat und Hoffnung suchen. Um diesem ominösen Treiben ein Ende zu
bereiten, kündigt er an, Pastor Läppisch ins nahe gelegene Ausland zu versetzen. Der
Schock über diese Nachricht hält aber nur solange an, bis der Generalvikar selbst, einem
kleinen Fehltritt zum Opfer fällt. Haushälterin Trinchen und Co. wissen diese lässliche
Sünde des Oberhirten bestens auszunutzen. Mit der "Gnade des Vergessens"
verlässt der Vikar die ehrwürdige alte Aachener Pfarrgemeinde, gestärkt mit dem Wissen,
dass auch ein Oberhirte einmal irren kann. Dieser in Aachener Mundart inszenierte,
humorlaunige Schwank, ist ein Geburtstagsgeschenk der Aachener Laienspieltruppe an seine
treuen Besucher, und zwar zum 60 jährigen Bestehen der Gesellschaft. |