Aachen. Die Kostüme der Drachen erhellen an diesem Nachmittag nicht nur den finsteren Wald, sie lassen Kinderaugen leuchten. Die Abenteuer, die der kleine Drache Kokosnuss mit seinen Freunden Lulu, der Feuerdrachin, und Oskar, dem Fressdrachen, erlebt, sind der Renner bei Mädchen und Jungen. Und so ist bei der Premiere des Aachener Heimattheaters vor ausverkauftem Saal im Eurogress der Erfolg schon absehbar.

Vier Jahre nach der ersten Kokosnuss-Adaption erleben die Zuschauer, welche lustigen Situationen entstehen, wenn Drache und Geist einander das Fürchten lehren wollen. Kokosnuss (gespielt von Stephanie Mockel) und seine Freunde Lulu (Kathrin Schnitker) und Oskar (Stephan Holz) finden auf Schloss Klippenstein einen Unterschlupf für die Nacht. Draußen im Wald tobt ein Unwetter.

Ein Ritter gibt den Freunden ein Rätsel auf. Nach dessen Lösung dürfen die Freunde passieren. Doch es erweist sich nicht gerade als Vorteil, dass es Punkt Mitternacht ist. Die spinnwebenbehaftete Ahnengalerie rund um Klemenzia Klabuster von Klippenstein (Heike Mickisch) scheint lebendig zu werden. Und dann ist da noch Gerd, das Gespenst.

Für Lacher sorgt immer wieder Oskar, der ein vegetarischer Fressdrache ist: Im Gegensatz zu seinen Artgenossen mag er deshalb keinen Büffelgulasch. Er hat immer Appetit, liebt Sonnenblumenauflauf, aber mit Brokkoli kann man ihn jagen. Wunderbar haben die Theaterleute ihren eigenen Nachwuchs ins Spiel integriert. Der jüngste Darsteller ist noch keine drei Jahre alt und darf als kleiner Dachs erstmals über die Bühne laufen. Und die Kinder aus dem Publikum dürfen an vielen Stellen aktiv mitwirken, Fragen beantworten, mitsingen oder die Drachen anfeuern. Ein Mädchen darf sogar auf die Bühne kommen, um die Schlossglocke zu läuten.

Die von Judith Knisch für die Bühne überarbeitete Geschichte verbindet kindgerecht sanfte Gänsehaut mit viel Humor und hat nach 45 Minuten eine Pause. Die Dachsfamilie, die Tatzen-Katzenbande und all die anderen Fabelwesen tragen wunderschöne Kostüme, die vom Team aus Gerlinde Geurten, Judith Knisch und Kathrin Schnitker liebevoll gestaltet sind.